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Etappe 4 der Tour 2026: Pedersen gewinnt in Foix, Træen stiehlt Gelb

8. Juli 2026·6 Min. Lesezeit

Eine 39-köpfige Ausreißergruppe bekam mehr als zwölf Minuten geschenkt, Mads Pedersen machte es in Foix fertig, und Torstein Træen ist überraschend der neue Gelbtrikotträger. Das Ergebnis und die Gesamtwertung nach Etappe 4 der Tour de France 2026.

Zunächst noch kurz Les Angles

Für alle, die am Montag die erste Bergetappe verpasst haben: Tadej Pogačar tat dort genau das, was alle erwartet hatten. Am Schlussanstieg nach Les Angles bekam er einen perfekten Lead-out von Isaac del Toro, beschleunigte 1,7 Kilometer vor dem Ziel und hielt Jonas Vingegaard zwei Sekunden hinter sich. Richard Carapaz wurde Dritter. Auffälliges Detail: Durch die Bonussekunden standen Pogačar und Vingegaard im Klassement exakt gleichauf — der Weltmeister trug Gelb rein durch Countback.

Die Etappe wurde von Waldbrandgefahr in der Region überschattet; die Organisation rief Fans sogar dazu auf, die letzten vierzig Kilometer der Strecke zu meiden. Es sollte sich als Vorbote der Hitze erweisen, die das Feld am Dienstag erneut plagen würde.

39 Mann auf Abenteuerfahrt — und niemand griff ein

Etappe 4, 181,9 Kilometer von Carcassonne nach Foix, stand in allen Vorschauen als Ausreißer-Etappe notiert. Doch was am Dienstag geschah, hatte so niemand vorhergesagt. In der ersten halben Stunde fuhr eine Gruppe weg, die immer weiter anschwoll, bis am Ende 39 Fahrer vorne saßen. UAE schaute zu Visma, Visma schaute zu UAE, und in der sengenden Hitze entschieden beide Teams, dass es nicht ihr Problem sei. Der Vorsprung wuchs auf über zwölf Minuten und kam nie wieder zurück.

Im Nachhinein gab es Murren über die Trägheit der Klassementsteams, doch die Logik war simpel: Keiner der 39 Ausreißer stand innerhalb von drei Minuten im Klassement, es war brütend heiß, und am Donnerstag wartete der Tourmalet. Warum sollte man sich für eine Etappe verausgaben, die man sowieso nicht gewinnt?

Meisterklasse von Lidl-Trek

Im Finale zeigte Lidl-Trek, warum man mit drei Mann in so einer großen Flucht sitzen will. Am Col de Montségur (6,9 km bei 6,1 %), dreißig Kilometer vor dem Ziel, drückte EF für Sean Quinn aufs Tempo, und die Spitzengruppe schmolz auf etwa zwölf Mann zusammen. Mads Pedersen geriet am Anstieg kurz in Schwierigkeiten, doch Mathias Vacek und Quinn Simmons brachten ihren Kapitän geduldig zurück und kontrollierten danach jede Ausreißattacke Richtung Foix.

Der Sprint war anschließend eine Formsache. Pedersen zog an, und niemand kam auch nur in seine Nähe; Simmons machte den Doppelschlag mit Platz zwei perfekt, vor Raúl García Pierna. „Das ist ein Meisterwerk an Teamarbeit“, sagte Pedersen hinterher über seine Teamkollegen. „Von diesem Punkt bis ins Ziel waren sie einfach Maschinen.“ Der Däne schnappte sich gleich noch das Grüne Trikot dazu, Vacek darf zur Belohnung das Weiße überstreifen.

Træen in Gelb, Pogačar fast acht Minuten zurück

Die große Neuigkeit stand jedoch nicht im Ergebnis, sondern im Klassement. Torstein Træen, der sich in die Flucht geschmuggelt hatte, ist der neue Träger des Gelben Trikots — das allererste in der Geschichte von Uno-X. Der Norweger hat 28 Sekunden Vorsprung auf Sean Quinn und 3'50" auf Vacek. Dahinter klafft eine Lücke: Pogačar und Vingegaard folgen gemeinsam mit 7'53", Remco Evenepoel mit 8'16", Del Toro mit 8'17" und Juan Ayuso mit 8'20".

Pogačar schien sich daran wenig zu stören. „Das ist ein ordentlicher Rückstand“, gab er zu, und es könne seiner Meinung nach durchaus eine Weile dauern, bis er wieder Gelb trage. Untereinander ändert sich für die Favoriten nichts: Pogačar und Vingegaard stehen weiterhin exakt auf derselben Zeit. Aber die Tour hat einen Handlungsstrang mehr — wie lange hält Træen das durch?

Heute: die Sprinter, endlich

Am Mittwoch bekommen die schnellen Männer ihre erste echte Chance. Etappe 5 führt das Feld von Lannemezan nach Pau, über Straßen, die kaum Widerstand bieten. Jasper Philipsen, Tim Merlier, Jonathan Milan und Biniam Girmay leben seit Wochen auf diesen Tag hin — auch wenn Pedersen in seinem druckfrischen Grünen Trikot zweifellos auch mitmischen will.

Und am Donnerstag wird es erst richtig spannend. Dann führt die Tour über den Col d'Aspin und den mythischen Tourmalet nach Gavarnie-Gèdre, und wir sehen, ob UAE und Visma Træen die acht Minuten lassen oder die Jagd eröffnen. Dienstag wirkte wie eine Übergangsetappe. Es könnte durchaus der Tag gewesen sein, der dieser Tour ihre Geschichte gab.

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