Vollering gewinnt die Tour de France Femmes 2026 — und komplettiert ein seltenes Double
Am Col d'Èze fuhr sich Demi Vollering zu ihrem zweiten Gesamtsieg bei der Tour de France Femmes, nach einer Woche voller Wendungen rund um den Mont Ventoux und einem dramatischen Sturz der Gelben-Trikot-Trägerin Marlen Reusser. Ein Porträt einer Saison, die sie ganz zu ihrer eigenen machte.
Die härteste Ausgabe aller Zeiten, und Niewiadomas Meisterstück am Ventoux
Die Tour de France Femmes avec Zwift 2026 fand vom 1. bis 9. August statt, neun Etappen und 1.174,7 Kilometer von Lausanne nach Nizza. Sie galt im Vorfeld als die härteste Ausgabe in der noch jungen Geschichte des Rennens, mit dem Mont Ventoux erstmals auf dem Programm. Lorena Wiebes prägte die Anfangstage mit zwei Sprintsiegen, bevor Marlen Reusser das Zeitfahren nach Dijon gewann und Gelb übernahm. Im Beaujolais schlug Demi Vollering zum ersten Mal zu und entfachte den Dreikampf, der den Rest der Woche bestimmen sollte.
Dieser Dreikampf erlebte seinen ersten großen Moment auf Etappe 7, dem Anstieg zum Gipfel des Mont Ventoux. Kasia Niewiadoma-Phinney fuhr solo weg und verwandelte einen Rückstand von 1'05" in einen 15-Sekunden-Vorsprung — Etappensieg und Gelbes Trikot in einem Zug. Genau die Art von Etappe, für die der kahle Riese der Provence gemacht zu sein scheint.
Vollerings zweiter Titel, und Reussers Sturz am letzten Tag
Vollering ließ es dabei nicht bewenden. Einen Tag nach dem Ventoux schlug sie in Nizza zurück und ging mit acht Sekunden Vorsprung in die Schlussetappe — der kleinste Vorsprung, mit dem je in den letzten Tag gestartet wurde. Auf dieser Schlussetappe rund um Nizza passte dann alles zusammen: Sie fuhr am Col d'Èze solo weg zu ihrem dritten Etappensieg der Woche und ihrem zweiten Gesamttitel nach 2023.
Niewiadoma-Phinney wurde Zweite mit 1'18" Rückstand, Elisa Longo Borghini Dritte mit 4'29". Marlen Reusser, bis dahin noch auf dem Podium, stürzte auf einer Abfahrt und fiel bis auf Rang vierzehn zurück — ein grausamer Abschluss einer ansonsten starken Tour.
Ein seltenes Grand-Tour-Double
Der Sieg in Nizza bedeutete mehr als nur einen zweiten Tour-Titel. Ein paar Monate zuvor hatte sich Vollering bereits den Giro d'Italia Women 2026 gesichert, mit dreißig Sekunden Vorsprung auf Antonia Niedermaier. Zwei Grand Tours in einer einzigen Saison zu gewinnen, ist die Art von Double, die nur sehr wenigen Fahrerinnen je gelingt.
Auch der Rest der Trikots blieb in vertrauten Händen: Grün ging an Lorena Wiebes, das gepunktete Trikot an Puck Pieterse und Weiß an eben jene Antonia Niedermaier, die beim Giro hinter Vollering Zweite geworden war. UAE Team L'IMAD gewann die Mannschaftswertung, und Niewiadoma-Phinney erhielt die Auszeichnung für die größte Kampfeslust — passend, nach ihrem Solo am Ventoux. Neugierig, welche dieser Fahrerinnen am besten zu dir passt? Mach das Quiz und finde heraus, welche Tour de France Femmes-Fahrerin du bist.
Die andere große Geschichte der Saison: Paula Blasi
Vollering war nicht die Einzige, die 2026 zu einer denkwürdigen Saison machte. Vom 3. bis 9. Mai ging La Vuelta Femenina an die 21-jährige Spanierin Paula Blasi, die auf dem legendären Alto de l'Angliru — erstmals im Frauenrennen enthalten — ihren ersten Grand-Tour-Sieg feierte. Zwei junge Generationen, zwei ganz unterschiedliche Geschichten, in derselben Saison, die den Frauenradsport einen weiteren Schritt voranbrachte.
Neugierig, welcher Fahrer du bist?
🚴 Mach das Quiz