Vollering gewinnt den Giro d'Italia Women 2026 am letzten Tag
Von einer disqualifizierten Wiebes bis zu einem Duell, das erst am letzten Tag entschieden wurde: die Geschichte hinter dem 37. Giro d'Italia Women und Demi Vollerings einzigartiger Leistung.
Von Pantanis Geburtsort ins Piemont
Die 37. Ausgabe des Giro d'Italia Women fand vom 30. Mai bis 7. Juni 2026 statt: 9 Etappen und 1.130,1 Kilometer. Passenderweise startete das Rennen in Cesenatico, dem Geburtsort des verstorbenen Marco Pantani, bevor das Feld neun Tage später in Saluzzo im Piemont die letzte Ziellinie erreichte.
Ein Schock am ersten Tag: Wiebes disqualifiziert
Das Rennen begann direkt mit einem Drama. Die favorisierte Heimsprinterin Lorena Wiebes wurde nach Etappe 1 disqualifiziert, nachdem ihr Rad bei der Kontrolle 20 Gramm unter dem von der UCI vorgeschriebenen Mindestgewicht lag – eine bizarre, technische Disqualifikation, die die Anfangstage dieses Giro Women überschattete.
30 Sekunden am letzten Tag
Die Gesamtwertung blieb bis zur allerletzten Etappe spannend. Am letzten Tag holte sich Demi Vollering (FDJ United–Suez) das Rosa Trikot zurück und gewann am Ende mit nur 30 Sekunden Vorsprung auf die deutsche Kletterin Antonia Niedermaier (Canyon//SRAM). Die erfahrene Anna van der Breggen (SD Worx–Protime) komplettierte das Podium mit 1'37" Rückstand. Vollering sicherte sich zudem die Bergwertung.
Mit diesem Sieg wurde Vollering erst die zweite Frau überhaupt, nach Annemiek van Vleuten, die alle drei Frauen-Grand-Tours (Giro, Tour, Vuelta) gewann – und zwei Monate später vollbrachte sie eine noch seltenere Leistung, indem sie auch die Tour de France Femmes 2026 gewann.
Weitere Trikots und ein Vorbote aus dem Frühjahr
Neben der Gesamtwertung gab es weitere Geschichten. Die Heimfahrerin Elisa Balsamo (Lidl–Trek) gewann die Punktewertung, während die junge Kanadierin Isabella Holmgren (Lidl–Trek) sich die Nachwuchswertung sicherte. Auch die Mannschaftswertung ging an Lidl–Trek. Dass so junge Fahrerinnen so hoch landeten, unterstrich, wie schnell das Niveau im Frauenfeld steigt.
Dieser Giro Women folgte auf einen Frühling, in dem auch La Vuelta Femenina 2026 bereits eine Siegerin gefunden hatte: Paula Blasi, die ihre eigene Grand Tour bereits einige Wochen zuvor gewonnen hatte. Zwei Frauen-Grand-Tours, zwei packende Entscheidungen – ein Zeichen dafür, dass der Frauenradsport immer stärker wird.
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