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VorschauEtappe 9Zentralmassiv

Etappe 9 heute: wegen der Hitze verkürzt, aber keinen Meter flach

12. Juli 2026·5 Min. Lesezeit

Rote Warnstufe in der Corrèze: Die Etappe von Malemort nach Ussel schrumpft von 185,5 auf 155,5 Kilometer. Was übrig bleibt, ist ein gnadenloses Auf und Ab durchs Zentralmassiv mit dem Suc au May als Scharfrichter — und ein Kampf um die Ausreißergruppe, den man nicht verpassen sollte. Unsere Vorschau auf Etappe 9.

Dreißig Kilometer gestrichen

Die Hitzewelle, die das Feld schon seit der ersten Woche plagt, hat jetzt auch die Strecke erfasst. Für die Region rund um den Start gilt heute die rote Warnstufe, weshalb die Organisation entschied, den ersten Teil der Etappe zu streichen: nicht 185,5, sondern 155,5 Kilometer, mit dem Start in Malemort erst um 13:35 Uhr. Am Ziel in Ussel wird die Entscheidung gegen Viertel vor sechs erwartet — bei rund 34 Grad, zwei Grad kühler als am Start. Kleines Detail mit großen Folgen: Alle vier gewerteten Anstiege bleiben ganz einfach erhalten.

Der Suc au May als Scharfrichter

Flach ist heute nichts: Unterwegs warten rund 3.000 Höhenmeter, und das Ziel in Ussel liegt über 400 Meter höher als der Start. Der wichtigste Termin ist der Suc au May in den Monédières: 3,8 Kilometer bei 7,7 Prozent, genau steil genug, um die Flucht in Stücke zu reißen. Danach folgen die Côte de la Croix du Pey (4,8 km bei 6 %) und, 24 Kilometer vor dem Ziel, der kurze, aber bissige Mont Bessou — 900 Meter bei 7,3 Prozent, oben auf dem Dach der Corrèze. Wer dort vorne sitzt, darf träumen.

Blick vom Suc au May über die Hügel der Monédières in der Corrèze
Der Ausblick vom Suc au May, dem härtesten Anstieg des heutigen Tages. Foto: Babsy, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wer gewinnt? Achtet auf die Flucht

Zu schwer für die Sprinter, zu leicht für einen Klassementkampf: Das ist mit Abstand die schönste Ausreißerchance der ersten Woche. Und ein Name sticht heraus. Mads Pedersen hat diese Etappe mit Lidl-Trek erkundet und schon genau auf diese Weise in Foix gewonnen — mitschieben, die Anstiege überleben, fertigmachen. Mit dem Zwischensprint nach kaum zwanzig Kilometern hat er zudem einen zusätzlichen Grund, mitzuspringen.

Dahinter ist die Liste lang. Mathieu van der Poel bekommt selten eine Touretappe, die ihm besser liegt, auch wenn er in diesem Jahr noch nach seinen besten Beinen sucht. Ben Healy, Romain Grégoire, Magnus Cort, Dorian Godon und Quinn Simmons lauern alle auf einen Tag wie heute, und bei Tom Pidcock und Jonas Abrahamsen weiß man nie, wo sie auftauchen. Erwartet einen langen Kampf um die Flucht — und bei dieser Hitze überlebt nur, wer klug dosiert.

Und die Favoriten? Die zählen die Tage bis zum Ruhetag

Zwischen den Großen erwarten wir heute einen Waffenstillstand. Das Terrain ist zu leicht, um Tadej Pogačar zu reizen, und zu schwer für ein einzelnes Team zu kontrollieren, also wird die Flucht so gut wie sicher Freiraum bekommen. Etwas Wachsamkeit bleibt trotzdem geboten: An so einem Tag schmuggelt sich schon mal ein gefährlicher Kletterer wie Tiesj Benoot oder Matteo Jorgenson mit, und nach dem Tourmalet weiß Visma, dass jede Sekunde zählt.

Danach: Ruhe. Montag ist der erste Ruhetag, und am Dienstag — quatorze juillet, dem französischen Nationalfeiertag — geht es los mit der Etappe zum Skiort Le Lioran. Frankreich, ein Feiertag und eine hügelige Etappe: Dieses Rezept kennen wir.

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