Vuelta a España 2026: Matthew Brennan gewinnt rekordbrechende fünfte Etappe in Sevilla
Eine Ausreißergruppe aus Enzo Paleni und Sinuhé Fernández bekam den ganzen Tag über kaum Luft, und selbst nachdem Paleni allein weiterfuhr, wurde er erst drei Kilometer vor dem Ziel eingeholt. Im anschließenden Massensprint brachte Wout van Aert seinen Teamkollegen Matthew Brennan fehlerfrei zum Sieg, vor Jordi Meeus und Magnus Cort Nielsen. Es ist Brennans fünfter Etappensieg dieser Vuelta — damit ist er der erste Fahrer überhaupt, der bei seinem Grand-Tour-Debüt fünf Etappen gewinnt, einen mehr als der Rekord von Fernando Gaviria, den er erst einen Tag zuvor eingestellt hatte. Für Visma-Lease a Bike ist es zudem der siebte Etappensieg dieser Vuelta, ein neuer Teamrekord. Enric Mas verteidigt seine Führung in Rot unangetastet, während Brennan Van Aerts Vorsprung in der Punktewertung weiter anknabbert. Die komplette Geschichte von Etappe 17, die Gesamtwertung nach siebzehn Etappen, und ein Ausblick auf das entscheidende Zeitfahren nach Jerez.
Paleni hält lange durch, wird aber drei Kilometer vor dem Ziel eingeholt
Mit 189,2 Kilometern und ohne einen einzigen gewerteten Anstieg war Etappe 17 die flachste dieser gesamten Vuelta, und sie verlief genau so, wie man es an einem solchen Tag erwartet. Enzo Paleni und Sinuhé Fernández griffen als Erste an, kurzzeitig begleitet von Fredrik Dversnes, ehe der sich zurückfallen ließ und wieder ins Feld zurückkehrte. Das Duo an der Spitze — und am Ende nur noch Paleni allein — bekam nie viel Luft: Der Vorsprung blieb den ganzen Tag über knapp, während die Sprinterteams das Tempo fest im Griff hatten.
Paleni hielt bemerkenswerte rund zehn Sekunden Vorsprung bis zur Fünf-Kilometer-Tafel durch, doch die vereinte Kraft der Sprinterteams war auf der Zielgeraden nicht mehr zu bremsen. Rund drei Kilometer vor dem Ziel wurde der Franzose schließlich eingeholt, woraufhin Uno-X Mobility die Kontrolle für den letzten, technischen Anlauf ins Zentrum von Sevilla übernahm.
Van Aert bringt Brennan zu einem rekordbrechenden fünften Sieg
Das Finale folgte einem inzwischen vertrauten Muster: Wout van Aert brachte Matthew Brennan perfekt in Position, und der Brite eröffnete seinen Sprint rund dreihundert Meter vor dem Ziel. Jordi Meeus und Magnus Cort Nielsen kamen noch am nächsten heran, doch Brennan war schlicht nicht einzuholen. Es ist sein fünfter Etappensieg dieser Vuelta, nach Manosque, Roquetes, Lorca und La Rábida — er hat nun jeden Massen- oder verkleinerten Sprint gewonnen, an dem er in diesem Rennen teilgenommen hat.
Damit bricht er seinen eigenen Rekord: Nachdem er in La Rábida bereits Fernando Gavirias vier Etappensiege bei einem Grand-Tour-Debüt egalisiert hatte, ist er nun der erste Fahrer überhaupt, der diese Zahl auf fünf schraubt. Für Visma-Lease a Bike ist es zudem der siebte Etappensieg dieser Vuelta — bei noch vier ausstehenden Etappen bereits ein Teamrekord für eine einzelne Grand Tour, einer mehr als die sechs Etappensiege, die das Team Anfang dieses Jahres beim Giro d'Italia holte.
Das Ergebnis von Etappe 17
1. Matthew Brennan (Visma-Lease a Bike) in 4:07:15, plus 10 Bonussekunden; 2. Jordi Meeus (Red Bull-Bora-Hansgrohe), gleiche Zeit, 6 Bonussekunden; 3. Magnus Cort Nielsen (Uno-X Mobility), gleiche Zeit, 4 Bonussekunden; 4. Alessandro Romele (Tudor Pro Cycling); 5. Steffen De Schuyteneer (Lotto-Intermarché); 6. Axel Laurance (Netcompany-Ineos); 7. Pau Miquel Delgado (Bahrain Victorious); 8. César Macías Estrada (Burgos-BH); 9. Hugo Hofstetter (NSN Cycling Team); 10. Bryan Coquard (Cofidis) — alle mit derselben Zeit wie der Sieger.
Die Gesamtwertung nach siebzehn Etappen
Da alle Gesamtwertungsfahrer im Peloton ins Ziel kamen, ändert sich an der Spitze der Gesamtwertung nichts. Enric Mas bleibt Spitzenreiter mit 2:06 vor Felix Gall und 2:10 vor Primož Roglič. Richard Carapaz ist Vierter mit 4:24, vor Oscar Onley (+5:44), Jakob Omržel (+6:14), Mattias Skjelmose (+6:49), Cristián Rodríguez (+7:01), Clément Berthet (+7:19) und Sepp Kuss, der die Top Ten mit 8:55 abschließt.
In der Punktewertung bleibt Van Aert der gefährlichste Rivale seines eigenen Teamkollegen: Ein Zwischensprint ließ seine Punktzahl auf 282 anwachsen, doch Brennans Höchstpunktzahl für den Etappensieg brachte den Briten bis auf 56 Punkte heran (189 zu 282). Santiago Buitrago behält das Bergtrikot, ohne dass unterwegs ein Anstieg zu vergeben war, und auch Oscar Onleys Vorsprung im weißen Trikot auf Jakob Omržel bleibt unverändert bei 30 Sekunden.
Ausblick: das entscheidende Zeitfahren nach Jerez
Am Donnerstag, dem 10. September, folgt das einzige lange Zeitfahren dieser Vuelta: 32,5 Kilometer entlang der Küste, von El Puerto de Santa María nach Jerez de la Frontera. Nach einer Reihe von Tagen ohne Verschiebungen an der Spitze könnte das die letzte echte Chance sein, die Gesamtwertung noch einmal ordentlich durcheinanderzuwirbeln. Sieh dir die Strecke auf unserer Seite zu Etappe 18 an.
Willst du den Rest dieser Vuelta noch einmal durchgehen? Lies unseren Bericht zu Etappe 16 aus La Rábida — Brennans vierter Sieg —, unseren Bericht zu Etappe 12 vom Calar Alto, oder unseren kompletten Guide zur Vuelta a España 2026.
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